Die Druckfabrik im Herzen von Guntramsdorf

Machen Sie sich selbst ein Bild.

Die Video-Präsentation gibt Ihnen einen guten Einblick!

Auf dem ca. 36.000 m² großen Areal der Druckfabrik sind zahlreiche Lager- und Büroflächen in verschiedenen Größen.

Zur Zeit befinden sich hier rund 30 kleinere und mittlere Beriebe. Die Druckfabrik ist einfach über die Autobahn A2 Abfahrt Wr. Neudorf sowie öffentlich von Wien und Baden mit der Badnerbahn erreichbar.

Die Geschichte der Druckfabrik

Das Zisterzienserstift Heiligenkreuz besaß seit dem 12. Jahrhundert viele Gebäude und Grundstücke in Guntramsdorf, darunter auch die „Mittermühle“ auf dem Gelände der heutigen „Guntramsdorfer Druckfabrik AG“.

  • 1803 wurde diese Mühle stillgelegt und eine Papierfabrik errichtet
  • 1844 war auch für die Papierfabrik das Ende gekommen
  • 1849 erwarb das Gelände Vitus Mayer, der eine „Zitz – und Cottonfabrik“ errichtete
  • 1852 entstand erstmals der Begriff „Druckfabrik“. Der neue Firmenname lautete: „kaiserlich, königliche Priveligierte Druckfabrik, Vitus Mayer & Söhne.
  • 1906 wurde abermals unbenannt in „Guntramsdorfer Druckfabrik AG“, dem heutigen Namen
  • 1962 wurde die „Druckfabrik“ stillgelegt

Die kaiserlich, königliche Priveligierte Druckfabrik Vitus Mayer & Söhne war zu ihrer Zeit ein relativ sozialer Betrieb. So mussten sämtliche Arbeiter der Wiener Neustädter Krankenkasse beitreten. Für 60 Kinder vor Ort wurde eine eigene Schulklasse im Werk eingerichtet.

1873 wurde in Wien eine Weltausstellung abgehalten. Aus diesem Anlass wurden Erinnerungstücher gedruckt, die damals großes Aufsehen hervorriefen. Vom Firmengelände führten entlang der Münchendorferstraße Schleppgeleise zur Aspangbahn. Von dort „schleppte“ Herr Höfler mit seinen Pferden Kohle für das Kesselhaus.

Weithin sichtbar war der 64 m hohe Schornstein, der 1968  und 1982 bis auf 46 Meter abgetragen wurde.

Im 1. Weltkrieg mussten die Druckwalzen aus Kupfer für die Rüstungsindustrie abgeliefert werden. Die Stofferzeugung wurde stark eingeschränkt. Nur die Wäscherei arbeitete mit Hochdruck für die Lazarettwäsche.

Im 2. Weltkrieg mussten wieder Kupferwalzen abgeliefert werden, der Betrieb wurde immer kleiner, die Männer mussten einrücken. Die zurückbleibenden Frauen bildeten eine eigene Frauenfeuerwehr, die den Betrieb schützen sollte.

Im Mai 1944 und Anfang 1945 richteten sieben Bomben und 17 Artillerietreffer großen Schaden an.

Nach dem 2. Weltkrieg konnte der Betrieb jedoch
moderner und leistungsfähiger aufgebaut werden.

1957 waren rund 600 Personen beschäftigt. Fast 13 Millionen Meter Stoff wurden veredelt (bedruckt), 55% davon gingen in den weltweiten Export. Auf diesen Höhepunkt folgte aber relativ rasch ein katastrophaler Niedergang. Die industrielle Entwicklung, die Konkurrenz Japans und anderer Industrienationen ließen die Exportmöglichkeiten schwinden.

1961 waren nur mehr rund 300 Personen beschäftigt. 1962 wurde die „Druckfabrik„ stillgelegt. Nach und nach wurden dann Grundflächen abverkauft, wie zum Beispiel für Wohnbauten am östlichen Ende der Pfarrgasse, die Liegenschaft Möllersdorferstraße (Wohnhausanlage der Marktgemeinde Guntramsdorf) oder für die Errichtung des Musikheims. Die einzelnen Gebäude und Flächen der Druckfabrik wurden seither vermietet.

2007 erwarb die Marktgemeinde Guntramsdorf Betriebs u. Liegenschaftsges.m.b.H. & Co KG das Areal. Das Gelände dient seither weiter vielen Klein- und Mittelunternehmen als Herberge. Durch gezielte Investitionen soll das Erscheinungsbild verbessert werden.  Gemeinsam mit der Technischen Universität Wien werden Architekturstudentinnen und -studenten das ca. 40.000m² große Areal für Ihre Gruppen bzw. Diplomarbeiten heranziehen.  Ziel ist es, das für unseren Ort enorme Potential der Flächen – mitten im Kern von Guntramsdorf – für eine nachhaltige Nutzung auch zu sichern.